Samstag, schöner Frühlingsabend in Hamburg, 2 Pärchen und kein Restaurant reserviert…Wir sind verloren! Was bleibt uns noch? Spieleabend und Pizzaservice? Eigentlich klasse, aber für heute zuwenig Glamour! Die rettende Idee: wir gehen ins Bistrot Vienna! Denn da kann man gar nicht reservieren- das gehört zum Konzept. Toll! Zwei von uns kennen es noch gar nicht. Und wir waren schon seit Ewigkeiten nicht mehr da! Warum eigentlich nicht? Keine Antwort! Jetzt kommt auch schon die Angst: Hat der Besitzer vielleicht gewechselt oder schlimmer noch der Koch? Oder ist es umgestaltet worden? Oh nein, ich mag es mir gar nicht ausmalen…! Und es war auch noch meine Idee…

Bistrot Vienna
Blick von aussen © Daniel Butowski

Aber schon bei unserer Ankunft bin ich beruhigt. Es sieht noch genauso aus wie bei unserem letzten Besuch. Kein Schild über der Tür- dadurch fühlt ich mich sofort wie eine „Eingeweihte“. Es liegt ja auch etwas versteckt. Bereits 1978 von dem Österreicher Günter Zimmermann eröffnet. Es war ehemals ein Künstlercafé und bekam 1987 den Look, den wir so mögen: Österreich mit französischem Einschlag.

Wir gehen also hinein und können gleich einen begehrten Platz an der Bar ergattern. Denn wir wissen ja schon, wir werden hier einige Zeit zubringen. Wir werden nett in die Gästeliste eingereiht und bestellen etwas zu trinken. Die Weinkarte ist gut sortiert, hat ein paar Highlights und muss sich nicht verstecken. Durch die Enge in dem kleinen Vorraum mit der Bar, kommt man schnell in Kontakt mit anderen Wartenden. Und das ist auch so gewollt- die Gäste sollen miteinander ins Gespräch kommen. Netterweise werden wir immer wieder von der Bedienung darüber informiert, an welcher Stelle wir in der Warteliste stehen. Somit fühlen wir uns wohl, beachtet, bestellen gleich noch ein Getränk und quatschen einfach weiter.

Bistrot Vienna, Hamburg, Fettstrasse
Die Bar, der Zufluchtsort der Wartenden © Daniel Butowski

So, nach über einer Stunde ist es endlich soweit, wir bekommen einen hübschen kleinen Tisch. Er ist klassisch mit rot-weißem Tischtuch und Stoffservietten eingedeckt. Wir freuen uns über die übersichtliche Speisekarte. Die Betreiber, Carlo Bessler und Otto Pietz selbst sagen: „Alles ist frisch gekocht, vom Fond bis zu den Würsten. Französische, deutsche, italienische und österreichische Traditionen werden aufgegriffen, neu kombiniert und weitergeführt.“

Bistrot Vienna
Der kleine, aber sehr gemütliche Innenraum © Daniel Butowski

Drei von uns entscheiden sich für einen grünen Salat als Vorspeise und mein Mann nimmt den Tomaten-Brotsalat mit gegrilltem Octopus und Avocado. Mein Salat ist sehr frisch und sehr gut angemacht. Trotzdem ist der Brotsalat das absolute Highlight. Der Octopus ist wunderbar mild gegrillt und die Kombination mit der Avocado ist einfach nur klasse. Als Hauptspeise kommt für mich der Spargel mit Wiener Schnitzel, Frühkartoffeln und zerlassener Butter. Das Wiener Schnitzel ist hier der absolute Klassiker, schön dünn und wunderbar zart. Normalerweise esse ich Spargel gar nicht in Restaurants- viele schlechte Erfahrungen- sondern nur bei Mama oder mir selbst. Aber dieser hier ist auf den Punkt gegart und mit einem Hauch von Zitrone- das übernehme ich auf jeden Fall für zu Haus. Der Spanferkelbauch mit Krautsalat und Knödeln ist so richtig gut, deftig und sehr lecker. Jetzt kommt meine Lieblingskategorie Dessert: Es kommen die Profiteroles au Chocolat, Topfenknödel mit Zwetschgenröster und Rhabarber-Crumble mit Vanilleeis. Jedes für sich ist einzigartig. Alle sitzen da mit glücklichen Gesichtern- so gut hat es uns geschmeckt! Die lange Wartezeit hat sich für uns auf jeden Fall gelohnt. Alle haben so gut gegessen, der Service ist supernett und wir haben uns in jeder Hinsicht sehr wohl gefühlt. Sofort planen wir schon den nächsten Besuch im Bistrot Vienna und stehen dann spätestens um 18.00 Uhr auf der Matte…

Bistrot Vienna

Fettstrasse 2

20357 Hamburg

Ein Blick auf die aktuelle Speisekarte:

http://www.vienna-hamburg.de/speisekarten/vorn/798.jpg

 

 

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